Gewalt gegen Frauen ist ein strukturelles Problem
25.11.2025
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Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen appelliert der Landesfrauenrat Baden-Württemberg (LFR BW) an die Medien, die strukturelle Seite von Gewalt gegen Frauen stärker in den Fokus zu rücken.
„Statt Taten in einer besonders tragischen Konstellation isoliert und als von einzelnen Tätern begangen darzustellen, müssen die wiederkehrenden Muster in der Gewalt gegen Frauen und deren Alltäglichkeit konsequent thematisiert werden“, fordert Verena Hahn, Zweite Vorsitzende des LFR BW.
Darüber hinaus wirft Hahn die Frage auf, warum bei der Berichterstattung über Suizide oft Warnhinweise gegeben werden, während bei der Darstellung und Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen keine vergleichbare Sensibilisierung und Hinweise auf Hilfetelefone in Filmen und Artikeln zu finden seien. Sowohl die wiederholte Nennung der Zahlen der Kriminalstatistik beispielsweise in einem zusätzlichen Infokasten in einem Bericht über eine Gewalttat, aber auch die gleichgewichtete Opferperspektive neben einer üblicherweise überproportionalen Täterberichterstattung würden einer ausgewogenen Berichterstattung erst gerecht werden, ist Hahn überzeugt. „Warum kommt die Fachexpertise der Fachberatungsstellen Gewalt gegen Frauen und der Frauenhäuser denn fast nie vor?“
Zahlreiche Studien wie auch das Arbeitspapier der Otto Brenner Stiftung „Tragische Einzelfälle? Trendreport zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen“ von Christine E. Meltzer (Dezember 2024) fordern ein Umdenken und enthalten Empfehlungen für eine würdige Berichterstattung.
Anlässlich des Internationalen Gedenktages gegen Gewalt an Frauen am 25.11. wird auf die Missstände zur Gewalt gegen Frauen in zahlreichen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg mit umfangreichen Programmen aufmerksam gemacht.
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